Es ist außerordentlich erstaunlich, über welchen langen Zeitraum der Inselstaat Island im arktischen Ozean menschenleer geblieben ist. Erst 870 kam mit den übersetzenden Wikingern aus Norwegen auch menschliches Leben auf die Insel. So ist Islands Hauptstadt Reykjavik nicht nur die nördlichste Hauptstadt der Welt, sondern auch noch sehr jung – seit etwas mehr als 200 Jahren ist die älteste Siedlung des Landes erst zur Stadt geworden. Doch das sollte das Volk der Isländer nicht daran hindern, eine reich- und vielseitige Kultur der Extra-Klasse in Rekordzeit zu entwickeln. Neben der modernen isländischen Literatur, die sowohl Bestsellerauflagen auch einen Nobelpreis hervorgebracht hat, ist auch Islands markante Architektur eine echte Augenweide. Ein wunderschönes Beispiel dafür finden Sie auf einer Island Kreuzfahrt in der Konzert- und Kongresshalle Harpa, deren dramatisch beleuchtete Glasfassade und imposante Innenarchitektur mit dem prestigeträchtigen Mies van der Rohe Preis für zeitgenössische Architektur der Europäischen Union geehrt wurde.
Eine eiskalte Liebe zwischen Grönlandsee und Polarmeer – Gletscher auf Island
Bemerkenswerte 11 Prozent der Landesoberfläche von Island sind mit Gletschern bedeckt. Wild über die Insel verstreut prägen sie mit ihren eisig abfließenden Gletscherflüssen, imposanten Wasserfällen, geheimnisvollen Gletscherhöhlen und majestätischen Seen das charakteristische Landschaftsbild Island. Der größte unter Ihnen, der Plateaugletscher Vatnajökull im Südosten der Insel, beherbergt zugleich auch den höchsten Gipfel Islands und besitzt bis zu 900 Meter dicke Eisschichten. Ca. 8 Prozent des Landes sind mit seinen gewaltigen Massen bedeckt, die 2008 zum Vatnajökull-Nationalpark erklärt wurden. Langjökull, der zweitgrößte Gletscher Islands, liegt im westlichen Hochland und kann von Ihnen auf einer Island Kreuzfahrt nicht nur bestiegen, sondern auch aus seinem Inneren heraus bestaunt werden. Und das ist wirklich eindrucksvoll: im größten Eistunnel Europas erwartet Sie das Herz des Gletschers umgeben von blauem Eis.
Glühende Geburt der arktischen Hot-Spot-Insel
Der Grund, warum sich die isländischen Gletscher fortlaufend verändern, liegt neben den Klimaveränderungen auch daran, dass unter jedem Gletscher in Island ein oder sogar mehrere, zum Teil aktive, Vulkane liegen. Was nicht weiter verwunderlich ist, da Island vor weniger als 20 Millionen Jahren aus einer riesigen Magmablase heraus entstanden ist. Von einem gewaltigen Vulkangürtel durchzogen liegt die Insel zudem noch mitten auf einem sogenannten Hot-Spot, der permanent heißes Magma vom Meeresboden hinauf auf die Insel pumpt. Neben kargen Vulkanlandschaften mit Lavafeldern bestimmen unzählige heiße Thermal-Quellen, aufgeheizte Bäche, Geysire und zum Bad einladende Lagunen ebenfalls die Landschaft der Insel.