Wie ist das Wetter bei einer Indian-Summer-Kreuzfahrt?
Ein beliebtes Ziel für eine Kreuzfahrt zum „Indian Summer“ ist Ostkanada, speziell die Gegend um Quebec herum. Als beste Reisezeit für diese Destination gilt der Zeitraum von Mai bis Oktober – dieser fällt mit der Zeit des bunten Naturschauspiels zusammen. Die Tagestemperaturen vor Ort sinken allerdings während des Indian Summer merklich von Monat zu Monat. Während Sie im August noch sommerliche 25 Grad erleben, ist es im September im Schnitt nur noch 19, im Oktober 13 Grad warm. Auch die Nächte sind bereits recht frisch. In Ihr Reisegepäck gehört daher auf jeden Fall warme Garderobe, um die Herbstschönheit ungemindert zu genießen.
Wie entsteht der Indian Summer?
Der „Indian Summer“ beschreibt eine Situation, bei der verschiedene Faktoren ein Gesamtphänomen ergeben. Zum einen ist es die besondere Wetterlage, die während des Zeitraums vorherrscht: Sobald erste Nachtfröste die nordamerikanische Ostküste treffen, bildet sich ein Hochdruckgebiet. Das sorgt für sonniges Wetter mit strahlend blauem Himmel. Zugleich bereitet sich die Natur auf die Wintermonate vor: Die Laubbäume stellen die Produktion von Blattgrün ein, die Wälder verfärben sich. Das helle Licht auf den in herrlichen Gelb- und Rottönen prangenden Baumkronen sorgt für ein einzigartiges Farbenspiel, wie man es in Europa nicht zu sehen bekommt. Eine Indian-Summer-Kreuzfahrt ist eine Reise für Ästheten.
Wann ist Indian Summer?
Der „Indian Summer“ beginnt Mitte bis Ende August. Das Startsignal geben Wetterumschwünge, die etwa aus der Gegend von Ohio und dem mittleren Westen heraus einsetzen und in der Folge für eine verlässlich stabile Wetterlage sorgen. Es folgen wochen-, manchmal monatelang andauernde Schönwetterphasen mit vielen Sonnenstunden täglich. Zugleich ist der Rhythmus der Natur im Norden Amerikas etwas anders getaktet als in Europa. Der Herbst beginnt einige Wochen früher als bei uns – die Natur stellt sich auf die langen, kalten Wintermonate ein. Der beste Zeitpunkt für Ihre Indian-Summer-Kreuzfahrt liegt im Hoch- und Spätsommer, während der Wochen von Mitte August bis Mitte Oktober.
Warum sollte ich zum Indian Summer reisen?
Der „Indian Summer“ in Kanada und den angrenzenden US-Staaten ist mit dem „Goldenen Herbst“ in Deutschland nicht zu vergleichen. Das liegt nicht nur am schieren Ausmaß der Laubwaldflächen in Nordamerika. Auch die Flora ist wesentlich umfangreicher. Den etwa fünfzig in Deutschland heimischen Baumarten stehen achthundert verschiedene in Nordamerika gegenüber, von denen jeder sein Laub auf eine andere Weise verfärbt. Daraus folgt eine grandiose und viel abwechslungsreichere Farbvielfalt. Besonders bei Naturliebhabern und Trekking-Touristen ist der Indian Summer eine beliebte Reisezeit. Während Ihrer Kreuzfahrt genießen Sie das Naturschauspiel und nutzen die herrliche Herbststimmung als Zeit zum Relaxen und Balsam für die Seele.
Welche Ziele an der Ostküste lohnen sich zum Indian Summer?
Auf Ihrer Reise zum Indian Summer darf natürlich eine Waldwanderung nicht fehlen. Die Gelegenheit hierzu haben Sie nahe der Stadt Corner Brook auf Neufundland, wo Sie zugleich auf den Spuren des Entdeckers James Cook wandern. Auch der Saguenay Fjord- und der Forillon Nationalpark in der Provinz Quebec bieten großartige Impressionen mit buntem Laub. Nehmen Sie zu diesen Landgängen bei Ihrer Indian-Summer-Kreuzfahrt unbedingt festes Schuhwerk und Ihre Fotoausrüstung mit. In Quebec selbst erleben Sie zugleich die einzigartige Kombination aus französischer Lebensart und amerikanischer Geschichte. Bei einer Bootsfahrt von Percé aus sehen Sie den Indian Summer von der Wasserseite aus.
Wo ist der Indian Summer am schönsten?
Den Anspruch darauf, den „schönsten Indian Summer“ zu haben, erhebt der US-Bundesstaat Vermont. Als Grund dafür gilt die Botanik vor Ort in Form des Zuckerahorns. Das Laub dieser Bäume verfärbt sich zum Herbst hin in besonders differenzierten Abstufungen von Grün über Gelb, Orange und Rot bis hin zu Braun. Damit zeigt dieser Baum eine intensive Farbpalette, die den Indian Summer außerordentlich bunt und strahlend macht. Allerdings handelt es sich bei Vermont um einen Binnenstaat – für eine Reise zum Indian Summer im Rahmen einer Kreuzfahrt kommt dieses Ziel mangels Hafenanbindung nicht in Betracht. Die Herbstfarben in Kanada sind nicht minder prächtig.
Warum heißt es „Indian Summer“?
Erinnern Sie sich an das schöne Lied „Colors of the wind“ aus dem Disney-Film „Pocahontas“? Der Song fängt wunderbar die Stimmung des Indian Summer ein und schlägt zugleich die Brücke zum vermuteten Ursprung des Begriffs. Für den gibt es einen ersten schriftlichen Beleg aus dem Jahr 1778. Jene Regionen der heutigen USA und Kanadas, die für das Naturphänomen bekannt sind, waren traditionelles Gebiet der nordamerikanischen Ureinwohner. Die waren zum fraglichen Zeitraum besonders betriebsam, denn es war Jagd- und Erntesaison. Übrigens: Nordamerikaner sind gelegentlich verunsichert, ob „Indian Summer“ ein politisch korrekter Begriff sei – der Terminus „Indianer“ gilt in Nordamerika als diskriminierend.