Noch gar nicht allzu lange ist die ca. 164 Quadratmeter große Pazifikinsel, die über 3.500 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt im südpazifischen Ozean liegt, der westlichen Welt überhaupt bekannt. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts betrat mit dem Admiral und Seefahrer Jakob Roggeveen ein Europäer zum ersten Mal die vulkanisch geprägte Osterinsel. Von ihr und seiner Mannschaft, die am 6. April 1722 zu Ostersonntag auf die unbekannte Welt stießen, wurde die Insel kurzer Hand auf den Namen auf Paasch Eyland getauft – zu Deutsch Osterinsel. Was er dort antraf, versetzt auch heutzutage noch Besucher in pure Faszination. Umgeben von porösem Vulkangestein, zerklüfteten Klippen, kleinen Kokoshainen und endlosen Graslandschaften ragen die weltberühmten Steinfiguren Moai als stumme Relikte einer untergegangenen polynesischen Hochkultur gen Himmel.
Eine unmöglich erscheinende Hochkultur wird geboren
Eine Hochkultur, die komplett isoliert vom Rest der Welt ein eigenes Schriftsystem, die Rongorongo-Schrift, entwickelte, das derart komplex ist, dass es bis heute nicht annähernd entschlüsselt werden konnte. Auch die bewundernswerten Felsmalereien in der Kulthöhle Ana Kai Tangata, aus Holz gefertigter, filigraner Brustschmuck und unzählige Ritualgegenstände hochrangiger Priester und Würdenträger zeigen Ihnen auf einer Osterinsel Kreuzfahrt eindrucksvoll, wie großartig die Hochkultur wirklich war, die auf der Osterinsel vor langer Zeit begraben wurde.
Im Kampf mit Piraterie und Versklavung bleibt die Insel knapper Sieger
Dass die Osterinsel in ihrer heutigen Form überhaupt noch existiert, ist ein weiteres Wunder. Durch Versklavung, Piraterie und Industrialisierung wurden sowohl Ureinwohner als auch die ehemals artenreiche Flora des kleinen Pazifik-Eilandes beinahe komplett zerstört – von ursprünglich über 5.000 eingeborenen Rapanui sank die Bevölkerungszahl der Insel zeitweise im Jahre 1877 auf unter hundert. Und wer sich auf einer Osterinsel Kreuzfahrt über die so gar nicht für pazifische Inseln typische Landschaft wundert: das kleine Pazifik-Eiland war einst von einem herrlich dichten Palmenwald komplett bedeckt, von dem heute nur noch ein einziger Kokospalmenhain übriggeblieben ist, der einen feinen weißen Sandstrand in der Bucht von Anakena an der Nordküste der Osterinsel umgibt.